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Captive Nearshoring vs. Farshoring – welche Lösung für welches Unternehmen?

Gleich vorab: In diesem Beitrag geht es um (Captive) Nearshoring vs. Farshoring, nicht jedoch um Near- oder Farshore-Outsourcing. Wenn Sie sich für den Vergleich von nahen und fernen IT-Outsourcing-Lösungen interessieren, melden Sie sich am besten gleich für unseren Newsletter an und stöbern Sie gern in unseren Blogbeiträgen zum Thema Outsourcing.

(Captive) Nearshoring und Farshoring – Definition

Und damit sind wir gleich beim Thema: Was ist mit (Captive) Nearshoring und Farshoring gemeint? Der Zusatz „Captive“ macht es einfacher, die Begriffe vom Outsourcing, Outstaffing und anderen Sourcing-Lösungen zu unterscheiden. Captive bedeutet hier so viel wie „unternehmenseigen“. Während zum Beispiel beim Outsourcing externe Anbieter mit einem Projekt oder einer Aufgabe betraut werden, geht es beim Captive Offshoring (was Nearshore oder Farshore sein kann) in diesem Fall um weitere Unternehmensstandorte, also um eigene Mitarbeiter in Ihrer ausländischen Betriebsstätte.

Das Präfix Near („nah“) bezeichnet den Vorgang, an einen Unternehmensstandort innerhalb Europas auszulagern, beispielsweise nach Polen oder Rumänien. Farshoring steht im Gegensatz dazu für Standorte außerhalb Europas. Das sind oftmals asiatische Länder wie Indien, China oder auch Mexiko bzw. Südafrika.

Die Vor- und Nachteile des Offshoring

Beide Varianten des Offshoring haben Vor- und Nachteile, die wir näher beleuchten wollen. Die Argumente, einen neuen Unternehmensstandort im Ausland gründen zu wollen, sind vielfältig: neue Märkte erschließen, Fachkräfte finden, die im Inland rar sind oder natürlich Kosten, insbesondere Personalkosten, sparen.

Vor allem der Fachkräftemangel in der IT spielt bei der Entscheidung für Captive Shoring oder allgemein IT-Sourcing eine bedeutende Rolle. In anderen Ländern gibt es verschiedene Förderprogramme, in denen IT-Ausbildungen besonders unterstützt werden. Dadurch entstehen im Ausland mehr IT-Kapazitäten und dies bietet die Gelegenheit, einfacher und besser passende Spezialisten zu finden. Zudem sind Sie ein internationales Unternehmen im Ausland, was zusätzlich ein hohes Ansehen und ein kompetitives Lohnniveau signalisiert. Somit steigen die Chancen, ein Team für schnell wachsende Bereiche wie etwa Softwareentwicklung oder IT-Support zusammenzustellen.

Im Vergleich zum Outsourcing hat Offshoring dabei einige Vorteile wie Know-how-Ownership, größere emotionale Bindung der Mitarbeiter und bietet mehr Datensicherheit. In unserem Beitrag IT-Outsourcing vs. -Offshoring – der Vergleich finden Sie eine detaillierte Aufstellung der Vor- und Nachteile, wenn für Ihren Betrieb auch Outsourcing in Betracht kommt.

Der Nachteil ist natürlich, dass Sie als Captive Offshorer den operativen Betrieb des Standortes verantworten. Das bedeutet, Sie benötigen nicht nur das IT-Expertenteam, sondern auch Geschäftsräume und müssen sich um Buchhaltung und Steuererklärung kümmern. Es gilt, Personalthemen zu verwalten sowie Company Branding zu betreiben, damit Sie sich einen digitalen Namen machen.

Nearshoring oder Farshoring: Was kommt für Sie infrage?

Die folgende Tabelle zeigt auf einen Blick die wichtigsten Faktoren und die Unterschiede zwischen Nearshoring in ein europäisches Land und Offshoring ins außereuropäische Ausland:

Nearshoring

Farshoring

Kosten

++

++

Zeitzone

++

o

Kulturelle Diskrepanz

Kontrolle

o

Verwaltungsaufwand

Kommunikationsaufwand

Know-how

++

++

Im Vergleich zeigen sich große mögliche Unterschiede vorwiegend in diesen Bereichen:

Zeitzone

Die Zeitzone am Nearshoring Standort ist gleich oder fast identisch zu der Ihres Hauptstandorts in Deutschland, während weiter entfernte Zeitzonen das komplette Gegenteil Tag/Nacht sein können. Hier kommt es darauf an, ob dies für die auszulagernde Aufgabe eher von Vorteil oder von Nachteil ist. In der Regel erschwert es aber sowohl die Kontrolle als auch die Kommunikation.

Kulturelle Diskrepanz

Kulturelle Diskrepanz kann aus mehreren Sichtweisen eine Rolle im Offshoring spielen und stellt eine Herausforderung an Cross-Cultural Management. In der Regel ist die Integration von Mitarbeitern in ein bestehendes Team leichter, je näher die Kultur des Offshoring-Standorts an der eigenen ist (Stichwort:  Cultural Fit). Auch die politische Situation im anderen Land kann das Image der Firma beeinflussen oder im Fall von Krieg oder Wirtschaftskrisen sogar das gesamte Projekt gefährden.

Aber auch hier gilt: Natürlich kann man von anderen Kulturen und deren Traditionen lernen und es somit als Bereicherung sehen (Stichwort: Diversität).

Kontrolle

Wer sich für Captive Offshoring entscheidet, entscheidet sich auch dafür, nicht so viel Kontrolle abgeben zu wollen, wie es fürs Outsourcing notwendig wäre. Auch hier gilt: Je näher das Land liegt, desto einfacher ist es, Prozesse vor Ort zu prüfen. Soll ein Mitarbeiter regelmäßig einen Farshoring-Standort besuchen und sich von den Projekten persönlich ein Bild machen, bedeutet das eine höhere Investition und erfordert Fachkräfte, die zu häufigen, längeren Reisen bereit sind. Außerdem steigt das Risiko dafür, dass im weiter entfernten Land keine guten Arbeitsstandards gelten und dadurch wiederum das Image des Unternehmens geschädigt werden könnte.

Kommunikation

Hier spielen nicht nur unterschiedliche Zeitzonen, sondern auch unterschiedliche Sprachen und deren Kenntnisse eine Rolle. Je weiter entfernt das Land ist, desto unwahrscheinlicher wird es, dass der Ansprechpartner vor Ort etwa Deutsch spricht, falls dies eine Rolle spielen soll. Die Englischkenntnisse variieren wiederum von Land zu Land, dessen Bildungsniveau oder (ehemaligen) Beziehungen zum Vereinigten Königreich oder den USA.

Verwaltung & Gründung

Sowohl bei Nearshoring als auch bei Farshoring ist der Aufwand, bis ein Projekt tatsächlich gestartet werden kann, im Vergleich zum Outsourcing an einen Dienstleister hoch. Das Gleiche gilt bei der Flexibilität, da eine Betriebsstätte sich nicht kurzfristig schließen oder verlagern lässt.

Auch Verwaltungsaufgaben werden schwieriger, je weiter entfernt Kultur und Sprache von der eigenen sind – denken wir beispielsweise an das Steuerrecht. Zu beachten sind auch Einreise erfordert größere Hürden – Visa sind im europäischen Raum oftmals nicht nötig.

Nearshoring vs. Farshoring. Wer gewinnt?

Es gibt bei der Entscheidung zwischen Nearshoring und Farshoring natürlich keine klaren Gewinner. Beide Lösungen haben doch recht viele Unterschiede bei den Vor- und Nachteilen. Fragen Sie sich: Was ist Ihnen als Geschäftsführer oder Entscheider persönlich wichtig? Welche Ziele wollen Sie erreichen mit dem Schritt, eine Betriebsstätte zu eröffnen? Wo können Sie die IT-Kapazitäten am schnellsten zusammenstellen, um Ihre digitale Agenda umzusetzen? All diese Faktoren sind bei der Entscheidung wichtig und sollten unbedingt Beachtung finden.

Das Buch gegen den Fachkräftemangel in der IT

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